Die Homologation der Bobbahn Cortina für die Olympischen Winterspiele 2026 ist erfolgreich verlaufen. Trotz eines wetterbedingten Ausfalls am letzten Tag durch starken Regen gab es insgesamt positive Rückmeldungen. Laut dem Bahntrainer Wolfgang Stampfer war die Strecke „tadellos bewältigbar“, und dies wurde in den gesamten Tests bestätigt.
Die Bobbahn in Cortina war in einem sehr guten Zustand. Während der Homologationswoche wurde die Bahn von Tag zu Tag schneller. Obwohl die errechnete Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h um 10 bis 12 km/h verfehlt wurde, gab es keine nennenswerten Probleme. Alle Disziplinen konnten gefahren werden und keiner der für die Homologation selektionierten Athletinnen und Athleten stürzte während der Fahrten. Aus Schweizer Sicht nahmen Livio Summermatter (Skeleton) und Natalie Maag (Rodeln) teil.
Die Bahn weist im oberen Teil einige interessante und technisch anspruchsvolle Passagen auf. Die Kurven im oberen Teil zeigen eine ähnliche Charakteristik wie die alte Bahn, was einen gewissen historischen Bezug herstellt. Im Vergleich zur alten Bahn blieben die Kurven bis nach dem „Cristallo“ grundsätzlich gleich, wurden aber im Vergleich zur alten Bahn in Cortina verlängert und die Geraden verkürzt.
Es ist eine bemerkenswerte Leistung, dass die Bahn in nur 300 Tagen gebaut wurde. Besonders hervorzuheben ist, dass das Eis durchgehend in gutem Zustand war und keine Probleme auftraten. Die italienischen Organisatoren und alle Beteiligten haben in dieser kurzen Zeit hervorragend zusammengearbeitet, was zu einer sehr positiven Gesamtbeurteilung führte.
Die weiteren Tests werden nun von den italienischen Teams weitergeführt, die in den nächsten zwei Wochen versuchen werden, die errechnete Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, damit die Bahn für das erste Weltcuprennen im November bereit ist.
Besonders für die Schweizer Bahntrainer im Bob und Skeleton war es hilfreich, einen guten Eindruck von der Bahn zu bekommen. Sie konnten wertvolle Informationen über die Bahn sammeln, die sie im November direkt an die Athleten weitergeben können. Diese Erfahrungen werden den Athleten zugutekommen, da die Trainer nun genau wissen, auf welche Stellen besonders geachtet werden muss.
Insgesamt war die Abnahme der Bobbahn in Cortina ein voller Erfolg. Alle Disziplinen konnten problemlos getestet werden und die Bahn hat sich als gut präpariert und sicher erwiesen. Die weiteren Tests in den nächsten Wochen werden dazu beitragen, die letzten Feinheiten zu optimieren, damit die Bahn beim ersten Weltcuprennen und wenig später bei den Olympischen Spielen 2026 in bestmöglichem Zustand ist.
Text: Sven Renggli
Foto: IBSF