Nico Baracchi geboren am 19. April 1957, war ein herausragendes Talent aus Celerina, der sich in der Welt des Eiskanals einen Großen Namen gemacht hat. In jungen Jahren war Nico ein Bündner Ski Talent, diese Karriere war aber irgendwann beendet. Später im Jahr 1982, gewann er als erster Engadiner auf dem Cresta Run den Grand Slam, was seinen Status als vielseitiger Athlet in Bob, Skeleton und auf dem Cresta Run festigte.
Seine Erfolge im Bobbahn Skeleton sind beeindruckend. Er wurde dreimal Europameister 1984 in Winterberg, 1985 in Sarajevo und 1986 in St. Moritz und sicherte sich 1982 die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz.
Später als Bobpilot erzielte Baracchi ebenfalls bemerkenswerte Leistungen. Er gewann 1988 Silber im 2er Bob bei den Europameisterschaften in Sarajevo und erreichte 1989 bei den Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo im 4er Bob ebenfalls den zweiten Platz. Zum ganz Großen Triumph fehlten damals nur 4 Hundertstel Sekunden. In der Saison 1988/1989 belegte er in der Weltcup- Jahreskombination von 2er und 4er Bob den dritten Platz. Im Jahre 1992 stellte Nico den Bob nach einer spontanen Aktion in die Ecke, da ihm das Geld und die Sponsoren für die Fortsetzung der Karriere fehlte.
Leider konnte er in der Blüte des Schweizer Bobsports, mit der vorher und nachher nie da gewesenen Dichte an Spitzpiloten, nie an Olympischen Spielen teilnehmen, was er immer sehr bedauerte.
Baracchi ist nicht nur für seine sportlichen Erfolge bekannt, sondern auch für seine unkonventionelle Lebensweise und seinen Charme, die ihn zu einer legendären Figur im Bobsport gemacht haben. Sein Talent hätte ihn sicher auch in anderen Sportarten wie beim Golfspielen und im Auto Rennsport weit gebracht. Alles was er in den verschiedenen Sportarten anpackte wurde zum Erfolg!
Sein Spitzname im Blick war „Nikotin Bacardi“, der Übername war bezeichnend für seine lockere Art, die aber für Nico wichtig war um solche Top Leistungen zu bringen. Er selber sagte, hätte ich den Sport todernst genommen, wäre ich auf keinen Fall erfolgreicher gewesen.
Leider ist der großartige Sportler und Lebemann am 24. März 2015 viel zu früh verstorben, Nico lebt aber in vielen lustigen und spannenden Anekdoten in unserem Herzen weiter.
Text: Sepp Kubli
Fotos: Archiv Sepp Kubli