Silvio Giobellina Ein Schweizer Bobsport Pionier seit 2025 in der Hall of Fame

Silvio Giobellina  Ein Schweizer Bobsport Pionier seit 2025 in der Hall of Fame

Silvio Giobellina, geboren am 28. Februar 1954 in Leysin im Kanton Waadt, ist eine herausragende Figur im Internationalen Bobsport. Mit einer Körpergröße von 172 cm und einem Gewicht von nur 73 kg war er nicht nur ein hoch talentierter Pilot, sondern auch ein Profi und Tüftler im Schlittenbau. Bevor er sich 1974 vollständig dem Bobsport widmete, sammelte der charismatische Sportler Erfahrungen in verschiedenen Sportarten, darunter Radsport, Schwimmen und Skifahren.

Sein internationaler Durchbruch kam 1978, als er bei der Junioren Europameisterschaft im Viererbob die Bronzemedaille gewann. Dies war der Startschuss für eine beeindruckende Karriere, die ihn 1982 zur ersten Goldmedaille bei den Bob-Weltmeisterschaften mit Bahnrekord und 1.02 Sekunden Vorsprung in St. Moritz führte. An der WM 1985 im Italienischen Cervinia auf der schwierigen Natureisbahn, erreichte er ein weiterer Höhepunkt und holte sich die verdiente Bronze Medaille (am Start waren 23 Mannschaften aus 14 Länder). Gemeinsam mit seinen starken Teamkollegen Rico Freiermuth, Urs Salzmann und Heinz Stettler zeigte Giobellina, was trotz seiner kleinen Statur im Viererbob möglich war.

In den folgenden Jahren setzte der Pilot vom Bob Club Leysin seine Erfolgsgeschichte im 4er Bob fort. Bei den Bob-Europameisterschaften gewann er insgesamt vier Medaillen: zwei Goldmedaillen 1984 in Igls und 1985 in St. Moritz und zwei Bronzemedaillen 1983 und 1988 in Sarajevo.

Sein größter Erfolg auf der internationalen Bühne war die Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo, wo er mit seinem Stamm Team hinter den beiden dominierenden Bob Teams der DDR den dritten Platz belegte.

Silvio Giobellina war zwischen 1981 und 1985 fünfmal in Folge nationaler Meister im Viererbob und etablierte sich als einer der besten Piloten seiner Zeit im Grossen Schlitten.

Nach den Europameisterschaften 1988 zog er sich vom aktiven Wettkampfsport zurück, blieb jedoch dem Bobsport treu. Bis 1994 arbeitete er als technischer Leiter im französischen Bobverband und trug dazu bei, die nächste Generation von Athleten zu fördern.

Im Jahr 1999 übernahm Silvio Giobellina die Leitung eines Tobogganparks (Schlitten /- Funpark) in seiner Heimatgemeinde Leysin, wo er seine Leidenschaft für den Sport weiterhin lebendig hielt.

Silvio Giobellina bleibt eine inspirierende Persönlichkeit im Bobsport, dessen Erfolge und Engagement für den Sport auch heute noch sehr geschätzt werden.

 

Text: Sepp Kubli
Fotos: Marcus Schmid